ACHTERBAHN
(über mein Verhältnis zu Volksfesten)

ACHTERBAHN



ACHTERBAHN, Achterbahn,....Ach-ter-baahn!, - komme mir bitte niemand mit diesem Wort!, - Achterbahn!

BACKFISCH ist auch so ein Wort, oder KINDERKARUSSEL!

Wer hat da gerade LOSBUDE gesagt?, ach, SCHIESSBUDE war das. SCHEISS-BUDE hätte ich vieleicht noch gelten lassen.

ZUCKERWATTE, viel Luft um Nichts am Stiel für 5.80.- das Gramm.

RIESENRAD, eine Reise in schwindelerregende Höhen, - nichts kann schöner sein als nach drei Backfischen, einer Fahrt auf der Achterbahn und zwei Pfund Zuckerwatte im Magen, hoch oben über dem Kirmesplatz eng zusammengepfercht und kreidebleich in einer schwankenden Gondel zu hocken. Wenn dann, als Sahnehäubchen des Szenarios, aus weiter Ferne auch noch der Ruf: "JETZT FAHREN WIR WIEDER RRRRÜCKWÄRTS!!" zu einem hinaufschallt, daß einem bald die Hämmerchen aus den Ohren fliegen, dann möchte man doch eigentlich sagen: "Genug, jetzt ists genug."

Nicht, daß sie mich falsch verstehen, - ich habe im Prinzip nichts gegen eine zünftige Frühkirmes. Ich finde es ja auch schön und freue mich, wenn die Leute sich prächtig amüsieren, solange sie mich dabei aus dem Spiel lassen!

"Papa, Papa!, gleich müssen wir noch auf die GEISTERBAHN!!"..... "und ins DREI DE-KINO!, und in den DSCHUNGEL-EXPRESS...!!"

"Also Angelika!, was sagst du denn da!, - wir müssen gar nichts, wir wollen höchstens etwas. Zwingen lassen wir uns am Wochenende nun wirklich zu nichts. Meinst du nicht auch Hans Gerd?"

Wer ist diese Frau, die mit mir spricht, wer dieses Kind, das mich am Ärmel zupft, wer diese kreischenden Monster, die mich bezwingen wollen?

Ach so, das ist die GEISTERBAHN, - ich dachte schon, ich wär verrückt.



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