Aufm Balkon

(oder die singenden Blumen der B.)
Aus dem Zyklus: Das Paradies im Hinterhof meiner kleinen Freundin

Föschteich

Und Fudro sprach:
Am Anfang war das Wasser. Erst später kam die in der Küche herumbrummende Pumpe, nach der man die Uhr nicht stellen konnte weil sie immer lief. Dann wurde der Stoff schließlich sauer und das Geld reichte sogar für sich wohl-fühlende Goldfische.
Ambivalenz macht einsam, ich weiß das, muss aber damit leben. Sagts besser. Ich bitte darum!




Tenor

Dann kam die gierig wuchernde Kresse mit ihren betäubenden ohrenhaften Blättern, die partout nicht blühen wollte. Richten konnte sie allerdings eh nichts mehr. Nach dem Gewitter von Samstag-Nacht lag das Bio förmlich top.
Der Regen strömte rauschend vom Himmel. Aus Kellern quoll der Kot. Im Glaserl hüpften wild die Mücken. Wir liefen zwischen Blitzen zuckend nackt hinaus, und retteten wenigstens die Tomaten vor ihrem Verderben. Ach, war das schön!




Erdbären

Frucht-barkeit. Das sind jetzt die Erdbeeren von Kaisers im eigenen Saft. Sonderbares Angebot. Man ist ja von Natur aus immer mißtrauisch und muss mit Münzen zählen. Dazu gab es noch trockenen Wein, obwohl wir auch nasse Tränen weinten.
Die haben wir sogar gekauft und gegessen. Für unser Leergut gabs Rabatt. Das hat keinem geschadet. Vielleicht der Zucker, ein bischen, auch wegen den Zähnen. Lecker!



Jemüüs

Kommen wir zum Gemüsevordergrund im Blumenkübel. Es ist erst wenige Wochen her, das Keime diesen Boden fast zweckfrei betraten. Und plötzlich kam die Sonne her und befahl das Wachsen, worauf ein Wunder praktisch geschah.
Ohne Gießkanne wäre das nicht passiert!