BERG MIT SONNE
Ich kann alles noch ändern. Noch ist kaum ein Anfang gemacht.Ich kämpfe mit dem Traum der vergangenen Nacht. (Dichter unbekannt) Merkwürdig, diese Dinge, wie sie sich im Traum zutragen. Nie bin ich ganz wach, wie mir scheint. Mein Gedächtnis wird immer länger, intensiver. Viele schauen nach vorne, ich blicke zurück und stehe still. Das mag wohl an einer zwanghaften Fixierung an den Moment (aus Angst vor diesem Rückblick) liegen. Ein schlechtes Gewissen ist Gift! Wer will schon die schönsten Momente seines Lebens verpasst haben? Wer interessiert sich auch schon für die Schrecken seiner Vergangenheit, außer er weiß, daß gerade dieser Schreck, den man sich einst zu archivieren gezwungen sah, ein Garant für das Elend der Gegenwart ist? (Und gewiss nicht nur für das eigene). Ich fixiere die Ereignisse im Kopf, wie Fotografen mit ihrer Kamera dies auch tun. Ich schaue mühelos durch den Charakter meiner Mitmenschen hindurch. Ich sehe kurz, und schweige. Eine bloße Fixierung in Wort und Schrift hilft dem Autor aber leider nicht weiter, außer, daß er seinen Lesern vielleicht minutiös Aufschluß über sich gibt, ohne daß er sich dessen jedoch bewußt ist. Er weiß ja gar nicht um die Bedeutung (für sich) dessen, was er da schreibt. Er ist wie ein wildes Tier, das nicht gezähmt werden will. Warum auch. Gezähmt worden ist er ja schon. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |