BÖRSENGANG



Es ist nicht immer leicht, sein Haus zu verlassen, ohne gleich Unsummen auszugeben.

Es ist mir nie leicht gefallen, mein Haus zu verlassen, ohne gleich mein mühsam Erspartes vor des Volkes Füße zu werfen.

Es fällt vielen so schwer, ihr Geld beisammen zu halten. Das Leiden übersteigt oft bei weitem den zu erstattenden Betrag. (Eine gewisse Schuld an unserem Dasein müssen wir alle wenigstens ein bischen mittragen). Seit man uns mit Knüppeln aus dem Paradies vertrieben hat, sollte uns das klar sein.

Hinweis in eigener Sache: Bei allem Unsinn, den diese Schrift vielleicht gebären könnte, - ich verlor mein Haus, mein Hab und Gut, nur weil mein ererbter Reichtum mich blind machte.

Beispiel Börse: "Investieren, Investieren!....nein, abstoßen, sofort alles abstoßen! Der Dax-Index ist los! Der Frauenfrau-Konzern hat ihm den Arsch hingehalten. Da hat der Dax zugebissen, so feste, daß der Schrei des Frauenfrau-Konzerns binnen Sekunden den japanischen Yen in tiefste Depressionen stürzte. Oh Mannesmann!"

Der Dax Index ist soetwas wie der Jesus Christus der Börse. Dow Jones wird demnach kein Geringerer sein als Judas. Der "Vitus Euro", steht und fällt mit diesen beiden Widersachern fast notwendig, während D2-PRIVAT zur Zeit mit günstigsten Konditionen zu glänzen versteht, - selbst Zwölfjährige träumen bisweilen von der künstlichen Befruchtung, obwohl diese Wesen noch gar nicht verstehen, was es eigentlich heißt, sich selbst die Hand zu schütteln, geschweige denn, was eine Fusion wohl sein könnte.

Fressen und gefressen werden. Die Urväter der Deutschen Bank waren allesamt Amöben, die sich durch Zellteilung vermehrten, um sich dann gegenseitig aufzufressen. Wenn die Deutsche Bank rülpste, daß die Kurse in den Keller stürzten, dann hatte man sich wieder einmal an einem kleinen Konzern verschluckt.

Obwohl mich die Armut der städtischen Bettler förmlich ankotzt, kann ich es einfach nicht unterlassen, diesen mittellosen Kreaturen, auch einen kleinen Teil meines großen Kuchens in oft schmutzige Hände zu drücken. Natürlich muß ich an dieser Stelle aufrichtig betonen, daß mir die schmutzigen Hände der Bettler oft lieber sind als die reinen Westen diverser Freunde.

Nun, auch ich hinterziehe Steuern, auch meine Weste ist mit allen Wassern gewaschen. Ich spende gerne in Maßen, ich spende grundsätzlich öffentlich, manchmal sogar Blut. Schließlich soll sich keiner anmaßen, zu behaupten, ich sei ein herzloser Mensch.

Getuschelt wird eh viel.



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