BUS STOP SHOP
Die Leute an der Bushaltestelle, - mein Gott, wie die da stehn !
Dem einem tropft die Nase: Zudrehn!, schreit ein anderer scharf.
Ein dritter, völlig »unbewollt«, halbnackt also, bis auf den
Lendenschurz, diesen roten, süß sieht der aus, betrachtet ruhig den Mond,
diesen runden durch pechgeschwärzte Augengläser, zwei an der Zahl,
Fabrikat unbekannt. Die schlappe Mütze macht ihn gleich zum Pfarrer,
- schon will man sich wegen eines Vorurteiles bestrafen, doch die
leuchtendgelbe Armbinde, dreipunkt-schwarz, beweist es nur allzu
deutlich. Da schreit einer: Ketzer, Ketzer!, - ja hab ich denn was
gegen den Pfarrer als solchen hervorgebracht?
Bitte überprüfen Sie ihren Verallgemeinerungswahn, grunzt die
splitternackte junge Dame von Gegenüber.
Eine Nutte, eine Nutte!, blökt der Blinde satt zurück und begafft
ihren Körper von oben bis unten und andersherum - (das nur für die
Statistik).
Der fünfte im Bunde begreift sich als Student oder will oder würde
gerne einer sein. Im tiefen Grunde hilft das aber wenig, denn Wissen
ist Macht und X = 5 .
Bier Bier!, schreit der Punker überlaut, damit X am frühen Morgen
bereits 4,5 sein kann. Die Oma links von ihm hat es schließlich schon
gepackt. Rente, 480 Mark netto, käsch auf die Finger, diese Runzeln
oder was sonst noch davon übriggeblieben ist. Der
Psychiatrieprofessor amüsiert sich köstlich, denn er meint, Gedanken lesen zu können.
Huiiiii!, da krächtzt der Bus schon unbeschwert
heran, der Fahrer tritt nicht minder sanft die Bremse. Für ihn ist
das Alltag, ein Tag im All, - er trägt es dennoch mit Humor.
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