DAS LAND DER EINGEFRORENEN SCHMERZEN(eine Reise ins Innere Ich)
Dies ist der Kater Theobald Es hat ihm das Gehirn zerknallt Sein Vater schallīt ihn DUMMES SCHWEIN Er wollte doch nur Kater sein. Bald lief er grunzend durch das Land ward scheinbar glücklich, doch verkannt. Er konnīt nicht Zwei in Einem sein drum schlug er sich die Fresse ein Jetzt liegt er da, auf dem Asphalt Was hat ihm das Gehirn zerknallt? * Sein Schweigen aus Angst, er selbst zu sein? Die todbringende Macht, die jegliches Aufbegehren schon im Keime erstickte? Die rettende Kraft der Blindheit, die ihn seit frühester Kindheit wie eine schützende Aura umgab? Dass er über Schläge, die tiefe Narben hinterließen, bald nur noch herzlos lachen konnte? Dass er sich selbst erschlug? Dass Leben hart war? Sowieso? Dass man ihn auslachte, wenn er protestierte? Dass er sich in Folge selbst auslachte,wenn er protestierte? Das NICHTS aber auch rein gar NICHTS etwas galt? Weil FÄHIGKEITEN nur dazu dienten, SIE in ihrer Bedürftigkeit zu befriedigen? Weil alle sagten: WARUM MACHST DU NICHTS DARAUS? Weil er ja selbst nichts davon hatte? Weil SIE ihm alles aus der Hand rissen, was er gerade SELBST zu erschaffen geglaubt hatte? Weil sie stolz auf ihn waren? Weil sie ihn EXTRA gezeugt hatten, um stolz zu sein? Weil er ein Teil von ihnen war? Weil sie ihn zum Protest aufhetzten? Weil sie ihn derart ablenkten? Die Märchen, welche man ihm vor dem zu Bett Gehen erzählte? Weil doch das Gute immer siegte? Sein geheimes Leben? Die Qualen dieser ersten Abhängigkeit? Weil alles gar nicht so schlimm war? Weil der Junge Unsinn erzählte? Vielleicht, weil er als kleines Käterchen lieb sein mit Liebe verwechselte? Seine irrsinnige Hoffnung, durch bedingungslosen Gehorsam irgendwann einmal, als vollwertiges Mitglied der Familie aufgenommen zu werden? Diese daraus resultierende Feigheit, diese Unoffenheit aus panischer Angst vor dem in seinem Alter tödlichen Liebesverlust? Dieses so dringend benötigte, überlebenswichtige Lügengebäude in dem die Gedanken wie im Zickzackkurs hilflos umhersprangen? Diese scheinbare Kritikfähigkeit, die nur dazu diente, nach Aussen hin abzuschotten? Weil er die, die er liebte und von denen er abhängig war nur ja nicht verraten wollte? Diese phantastischen Luftschlösser, wo drinnen er oft im Schneidersitz hockte, wo es auch diese Fee gab, die ihn verstand? Sein Hass vielleicht, der in ihm gärte, und von dem er dachte, dies wäre seine starke Seite? Dieser stinkende, ungenießbare ambivalente Sud, den sie in ihn hineinpressten, solange bis er kotzen mußte? Seine Unfähigkeit, das Erbe der Täterschaft anzutreten? Vielleicht, weil er auf dem Katzenkloh zweiter Klasse erstmals davon erfuhr, dass die Würde der Katze unantastbar sei? (Wie sollte er das verstehen können? Ja, wie sollte er das noch?!) Vorbei, vorbei ist diese Zeit! Wir sind längst ERWACHSEN und frei! |