VON DEN DINGEN, DIE UNS GLÜCKLICH MACHEN (SOLLTEN)



Erhaben schaut das Auge auf das weite Meer hinaus. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse ist so nah?
Ein Angler nippt an einem Köderfisch, verstohlen eher.
Zwei Damen promenieren auf der Promenade. Weiße Röckchen, rote Lippen, süßer Mund. Zum verlieben gern. Ich habe nichts gegen Lippenstifte, sie machen das Leben bunt. Die Sonne scheint. Es ist ein schöner Junimorgen. Die Liebste ist weit weg, ist hinter dem Horizont verschwunden. Wird sie die Sonne sehen, nachdem Sie im Meer versunken ist, dieses Meer, diese Unendlichkeit des Augenblicks? Wie doch die Ferne verbindet, wie sie doch trennt!
Da fällt es dem Angler wie Schuppen aus den Augen. Und kaum sind ihm die Schuppen gefallen, da greift ein Arm aus der Unendlichkeit des Horizontes nach ihm, hält ihn fest, erwürgt ihn fast, aber nur so, daß er gerade mal nicht stirbt, gerade so, daß dessen sterbliche Hülle noch am Leben bleibt, ja gerade so, als ob augenscheinlich nichts passiert wäre, als ob er lebte wie jeder andere auch. Des Anglers Liebe geht tief, so tief, daß er sogar alles daransetzt, nicht zu sehen, blind zu sein. Schließlich ist es der Angler, der endlich geliebt werden möchte.

Komm her du kleiner Gnom! Zwerg der Zwerge! Zeig mir deine Schwäche! Ertrinke im Strudel dieser Welt! Und, magst du auch ertrinken, ich zeige dir, was es heißt, schwach zu sein, schwach zu bleiben. Was ist ein Leben ohne mich? Meine Bedürfnisse mußt du allerdings erst erraten. Sie sind ähnlich der deinen. Schließlich ist es der greifende Arm, der endlich geliebt werden möchte. Du bist wie ein fallendes Blatt im Wind. Du fällst, und leidest nicht. Du schlägst dir den Kopf auf dem Asphalt blutig, doch es ist nicht dein Blut, das aus der Wunde quillt. Du hältst deine Wahrheit zurück, auf Kosten dieser Welt. Du darfst nicht sein. Du bist auch vielleicht schon gefallen und hast nie wirklich darunter gelitten.

Komm her, ich brauche dich! Mach ein schönes Gesicht. Zeige der Welt, wie gut sie ist, wie gut ich zu dir bin. Seht her, seht her!, ich habe einen Sohn! Endlich bin ich frei.Ich sauge mein Leben aus dir. Mein Schweigen öffnet wie eine unsichtbare Fessel, die sich tief in dein Bewußtsein gefressen hat.

Du hast mich geboren, du wolltest mich haben, du hattest mich, ich hatte nichts von dir. Ich war ja nur ein Teil deinerselbst.



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