GNADENBROT"Neuerdings lahme ich an der linken Hinterhufe", klagte schüchtern ein zur Rente ausgeschriebener Ackergaul, der seit unzähligen Jahren treu seine Dienste tat. "Bestimmt ist das Hufeisen an diesem Bein zu schwer," wußte ein Fohlen, das alleine schon über die Art mit dem Gaul verwandt war. "Ist es nicht", entgegnete der Gaul, - "meine Knochen werden langsam müde, mein Geist hat sich geschwächt. Mir kannst du doch nichts erzählen, du schusselige Kuh." Ein Jahrtausende alter Zierstein, der schon gar nicht mehr wußte, zu was er nutze war, trat im Bewußtsein ungeheuerlicher Wichtigkeit zwei Schritte vor. "Die Jugend kommt vor dem Alter, " sagte er bestimmt aber herzlich, ohne sich jedoch vorgestellt zu haben, - das machte aber nichts, denn Steine gab es ja schließlich wie Sand am Meer. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |