HASENBRATEN

eine Delikatesse auf Abwegen
Hasenbraten




Meine Mutter war eine gütige Frau und liebte Tiere über alles.
Ihre Liebe ging sogar soweit, daß sie den Hasen, den sie vor zwei Stunden noch zärtlich gekrault hatte, nur weil es Prinzip war, eher ungern in den Topf warf.
Beim festlichen Schmauß wurde ihr fast immer schlecht, weil der Hase so aussah, als sei er jetzt tot.
Da das Prinzip aus sich selbst heraus schon keine Erklärung zuließ, kamen Fragen gar nicht erst auf.
Es wäre in der Tat zum heulen gewesen, wenn es sich nicht um eine Delikatesse gehandelt hätte, die man nicht zu beweinen hat, sondern genüßlich verzehrt.
Ich mochte den Hasen auch nicht essen und bekam Schnitzel vom Schwein. Dem sah man wenigstens nicht an, daß es gestern noch ahnungslos auf der Weide herumlief.



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