Über das Federlesen im europäischen Raum

Eine Schrift zur Darstellung der Lebensweise im westeuropäischen Raum.

Hühner haben Federn, das steht allemal fest. Sie werden gezogen, geschlachtet und schließlich mühelos erfolgreich als halbes Hähnchen geschlechtsfremd verkauft und gegessen.

Ich hatte ein Huhn zur Freundin, das Tier hieß Doris, darauf ließ ich nichts kommen, allenthalben war ich ständig besorgt darüber, daß man es mir wegnehmen könnte. Ich war ja noch so jung.

Doris gehörte nicht mir, ein Bauer verlangte täglich drei Eier von dem Tier obwohl es nur eines legen konnte, was auch ihrer Physis mehr als nicht entgegen kam. Ich kaufte die fehlenden Eier bei dem Bauer und gab sie ihm wieder zurück.

Doris fiel durch die Reifeprüfung. Sie hatte weder gelernt, sich auf ihre Schlachtung vorzubereiten, noch war sie im Stande, sich dem Legebetrieb unterzuordnen, weswegen sie in ihrem Stall, auf Grund ihrer Andersartigkeit, bisweilen arge Federn lassen mußte.

Damit war das Tier aber mehr als überfordert. Nur wenige sahen das ein und schlugen der falschen Henne zur Erlösung den Kopf bereitwillig ab, bevor sie sicherlich fast noch qualvoll an Unterernährung gestorben wäre.

Doris fiel auch durch die Fleischbeschau. Sie landete im Schweineeimer, wurde von einem Ferkel jedoch verschmäht um schließlich von den Vögeln genüßlich aufgepickt zu werden.


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