JETZT KAM JEMAND



Bildchen




Jetzt kam Jemand, den alle Gott nannten plötzlich die Strasse hinuntergetorkelt.
Er trug in seiner linken Hand den Segen, in seiner Rechten das Volk und in seinem Bauch das ewige Ringen um Für und Wider.
In Höhe Hausnummer 15 geriet sein Torkeln nun derart aus den Fugen, dass er gerade eben noch bei Müller schellen konnte, bevor ihm die Sinne vollends versagten.
Da bei den Müllers aber niemand zu Hause war, so fand ihn ein dürrer Herr Namens Polanski, ein welcher mit Haus und Hund vor zwei Jahren von Polen zur Elite übergewechselt war, zerknittert wie ein durch Sturm abgerissenes Wellblech vor dem Eingang liegen.
Polanski, ein erklärter Atheist, (die Mutter war Jüdin, der Vater Jongleur bei Zirkus Krone) reagierte gefasst und besonnen auf den absonderlichen Findling vor seinem Heim und rief die Polizei.
Da Polizeiferde knapp waren und die Autos allesamt in Reparatur, so kam die Polizei nach vielen Stunden auf ausgesuchten, hochgesunden Schweinen dahergeritten, die allerdings kaum zu bremsen waren. Sie hatten zwei Tage später jedoch allesamt erwiesen die Maul und Klauenseuche. So rannten sie denn los, ihr zu entfliehen, was ihrer HOCHGESUNDHEIT allerdings argen Abbruch tat.
HÜH HÖH!, schrieen die Hüter, nachdem die Schweine wie besinnungslos an der 15 vorbeigerast waren.
Irgendwie war das nichts. Man kam nie dort an, wo man eigentlich hin wollte, konnte keine Protokolle mehr schreiben, niemanden mehr zur Rede stellen oder verhaften.
Ein schüchterner Versuch Kopfsalat als Fortbewegungsmittel einzusetzen wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit schnell wieder eingestellt.
Der vermeintliche Erlöser wurde nach Jahren akribischer Ermittlung dennoch verhaftet und sofort frittiert.
Die Lust auf Fleisch, ja ja, es war die pure Fleischeslust.


zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte