KAFFEEPAUSETrinken Sie gerne Kaffee? Also ich trinke dieses edele Getränk für mein Leben gern. Ich liebe Kaffee bald abgöttisch. Eine tiefere Liebe als die zu dieser braunen Brühe gibt es für mich nicht. Ich habe zwar schon die eine oder andere Frau geliebt, aber glaubt mir, keine dieser Frauen war in der Lage, meinem heißgeliebten Kaffee das Wasser zu reichen. Kaffee belebt und beunruhigt den Magen. Früh morgens um sechs trinke ich zu allererst mal fünf Tassen tiefschwarzen Espresso. Er ist so schwarz, daß man den Rührlöffel kaum hineingetunkt bekommt. Selbst ein Zuckerwürfel bräuchte Tage, bis er endlich den Grund meiner kleinen Espressotasse erreichte. Milch läßt sich in der Regel nur auf- nicht eingießen, es sei denn, man bohrte kleine Löcher in meinen schmackhaften, über alles geliebten Espresso. Dafür ist er mir aber zu schade. Deswegen knabbere ich ihn auch schwarz. Leute, die ihren Kaffee mit Milch und Zucker trinken, sind eh keine echten Kaffeetrinker. Echte Genießer trinken ihren Kaffee schwarz, so schwarz wie ich meinen Espresso trinke. Nur so läßt er sich überhaupt erst genießen. Wie sagt man so schön: Weniger ist manchmal mehr.
Meine etwas unkonventionelle Art der Kaffeezubereitung erschließt unserem
Traditionsgetränk ganz neue Märkte. "Kaffella" zum Beispiel, ein äußerst
schmackhafter wie koffeinhaltiger Brotaufstrich, bringt die Jugend in Schwung
und Herzkranke zur Attacke. Bei der Dosierung also bitte aufpassen. Kaffella
ist in der Apotheke nur gegen Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
erhältlich, denn der Genuß braucht Ruhe und vor allem Zeit.Was halten Sie eigentlich von "Kaffex", der Kraftkleber, der alles miteinander verschweißt, was ihm vor die Tube kommt. Ach was, den kennen Sie nicht? Dann schauen Sie heute abend am besten mal ins Werbefernsehen. Kaffex verklebt Ihnen dann »online« die Bildröhre von Innen. Beliebt und bekannt ist auch "Kaffka", ein Prager Kaffeeröllchen, daß exklusiv für Sie im Restaurant "Zum Hungerkünstler" angeboten wird. Dort bedient Sie Herr Blumfeld, ein älterer Junggeselle. Kennen Sie wenigstens "Kaffeelia", die erste vollabdichtende Damenbinde für die tollen Tage? Nicht? Die können Sie sogar kauen, selbst vor, nach oder während des Tragens, so elastisch und anschmiegsam ist diese Binde. Eine ganz andere Verwendung findet mein schwarzer Kaffee im Straßenbau. "Kaffalt", ein neuartiges Füllmittel zum stopfen von Schlaglöchern, findet besonders im Ostblock reichlich Verwendung. Das Produkt läßt sich gut verarbeiten und ist darüberhinaus magenfreundlich, da der Grundstoff biologisch abbaubar ist. Kaffalt ist dabei, sich einen festen Platz in Sachen Straßenbelag zu erobern. Bald werden verbrauchte Straßendecken kompostierbar sein. Nicht Hanf, sondern mein Kaffee wird im nu die Welt erobert haben. Das glauben Sie mir nach der Lektüre doch auch. Oder? zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |