KARRIEREIrgendwo Karriere zu machen war mir immer schon verhaßt. Das Leben ist kurz genug, so daß man sich auf der Toilette an der Lektüre eines Groschenromanes ruhig erfreuen sollte. Als Sohn eines Großindustriellen war meine Karriere zeitlebens vorausbestimt, obwohl ich zunächst als Säugling auf die Welt kam und noch nichts von ihr wußte. Den Alltag als Kleinkind verbrachte ich oft im Büro meines Vaters, der mit größtmöglichem Eifer eine Heißmangel südlich von Wesel betrieb, hingegen die mir zugeteilte Amme vom Wahnsinn getrieben schien. Meine leibliche Mutter sah ich immer nur kurz. Zwei mal pro Woche gab sie mir vielleicht einen Kuß, um meiner Liebe sicher zu sein. Zum Lieben war ich damals allerdings noch zu jung. Ich wollte geliebt werden. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |