SELBSTBILDNIS MIT TOASTER

Der Toaster und ich



Zu Toastern habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Es war nämlich so, daß meine Großmutter Mütterlicherseits nicht nur als Erste einen Fernseher hatte. Sie besaß auch den ersten Großraumtoaster Deutschlands.
Das waren die Dinger wo der Toast nicht von oben hineingesteckt wurde, sondern von den Seiten. Da waren zwei Klappen, die mußte man aufmachen und das Brot, besser: die Scheiben, dort hineinschieben.
Auch Timer gab es damals noch nicht, da war noch die Oma der Timer. Präzise erroch sie den Gargrad der Scheiben. Wenn sie Streifen bekommen hatten wie Frischlinge, dann waren sie gut, wenn sie verbrannten, dann kamen sie in die Suppe und wenn das Haus im Feuersturm versank, bezahlte die Versicherung.
Das ging so, oft vier mal im Jahr.
Die Oma war blind, die Mutter im Heim, der Vater kurz vor meiner Geburt gestorben.
Der Rest meiner Familie führte ein glückliches Leben in der Anstalt.
Man darf sich das heutzutage nicht mehr so schlimm vorstellen. Die Freizeitangebote sind groß, wenn nicht gigantisch.
In Ketten liegt nur der, der schreit und nach Hause will.
Gestern war sogar ein Zauberer da. Wir sind ihnen eben für Nichts zu schade.
Ich hatte zur Ergänzung erblicherseits außerdem einen Hörfehler mit in die Familie gebracht, der meinen Ehrgeiz allerdings niemals zu schwächen im Stande war.
Was wollte ich denn?...
Wollen?
hier wollen?!...
wirklich WOLLEN?

Wir bauten ein Haus nach dem anderen.
Wir wurden Gestalter unseres Schicksals.
Wir sind die HÄUSLE-BAUERN aus Neuwied!


(letzter Satz optional)



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