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Ein Stück für zwei Personen im Sandkasten, kurz vor der hierzulande unüblichen Siesta von zwei bis fünf. (natürlich Uhr) DIE PERSONEN: Irene, 3 komma 5 Jahre jung Maik, 4 komma 2 Jahre jung. Beide katholisch, (zumindest gewalzt), die Strafen des Herrn ignorierend, so gut es eben geht, ja ja. Da kommt schon soetwas wie Verzweiflung gerne auf. DAS AMBIENTE: Ein Kasten, Sand, eine rote und eine gelbe Schüppe, zwei kleine Förmchen, eine Wurst Hundekot, (dunkelbraun). Die Schauspieler tragen Windeln gängiger Herkunft: BOY ÄND GIRL mit Clips und sind Kopf-unter bis zur Hälfte im Sand vergraben. Jetzt hebt sich zur Unfreude aller auch noch der Vorhang! IRENE: (zu Maik) Eine schöne Sandburg hast du da gebaut. MAIK: Hinfort du Luder! Meine Burg gehört mir ganz allein! IRENE: Wer spricht denn so früh schon von Heiraten? MAIK: Wo ein Weg ist, da ist auch ein Wille! IRENE: Wenn er auch schwach ist, nicht wahr? Was bildest du dir eigentlich ein! MAIK: Ich weiß was ich will, oder glaubst du, ich würde mich sonst für dich verzehren wie der Himbär im ewigen Eise?... IRENE: Eben! Genau das glaube ich dir nicht. Wer liebt, der blüht! Blüte ist Zährung! Du hingegen bist nur eine unverantwortliche, dem Asphalt entsprungene brennende Nessel. Willst du mein Butterbrot? Lebenswurst. Hier! Nur zu! MAIK: (beißt verhalten ab. Eine verwirrte Tomatenscheibe ergreift lautlos die Flucht.) Was glaubst du erst, wird geschehen, wenn in ferner Zukunft uns der Trieb erwächst? Hoppeln wir dann auch herum wie die glücklichen Hasen im Felde? Sind wir hernach wenigstens endlich so weise, daß wir SCHRITT-HALTEN können? Mir deucht, ich habe die Schwindsucht nach dir. Schwache Hirsche tun sich halt schwer mit der Brunft. Der Kopf kann das Geweih kaum tragen. Sie gehen vor lauter Bescheidenheit immer etwas gebückt. Eher Weihnachten ist ihre Zeit, auch wegen der Geschenke. IRENE: Nichts. Außer, das ich vielleicht Binden anlegen müsste, oder Tampons einführen. Migräne hab ich ja schon seit ich denken kann. MAIK: Interessante Kapitalgeschäfte, muß ich schon sagen. IRENE: Das wird dann Monat für Monat so weitergehen. MAIK: Bis hin zu den Wechseljahren? IRENE: Sogar noch weiter. Es würde am liebsten gar nicht mehr aufhören. Woher weißt du das? MAIK: Ich habs aus dem Spiegel. Es liegt an den Hormonen! Sie wollen, das es dich dreimal gibt, oder mehr! Sie werfen Pillen. Sie essen Pilze! Klarer Geist! Klarer Geist! IRENE: Die stehen doch überall nur blöd herum. Besonderheiten?, Unterschiede?... ach herrje!...was interessiert mich deine Goldwäscherei! Du hast es tatsächlich gewagt, in den Spiegel zu schauen? Und? Was hast du gesehen! MAIK: Der Spiegel sendete leider nur verschlüsselt. Ich sah nur Streifen, vernahm keinen Ton, derweil die Zwiebelsuppe auf dem Herd sich in Folge Überhitzung gar gräßlich übergab. IRENE: Es liegt an dir, nur an dir. Wann begreifst du das endlich? MAIK: Was meinst du überhaupt?... IRENE: Das zwischen Dir und Mir! MAIK: Was ist denn zwischen dir und mir bitteschön?, diese entsätzlich urmännlichen Haare an deinen Beinen, vielleicht dieser entartete Fummel an deinem Körper, den trägst du doch nicht für dich. Du willst mir doch nur gefallen, aber damit, lass dir gesagt sein, tust du mir keinen, weil du so ja allen gefallen möchtest. Was sollte ich bitteschön mit den Wolfsrudeln anfangen, die allein durch deinen Duft schon angelockt würden? Was kann ich von diebischen Elstern haben, die dir wahllos die Ringe vom Ohr pickten? Doch wohl nur die Ringe. Nichts dergleichen! Du bist zu schön für diese Welt und ich zu gut! Ich leide unter jedem Lippenstift, weltweit. Gestehe! Dann bist du frei, bei mir zu putzen IRENE: Was soll ich gestehen? MAIK: Nichts Anderes als die Schuld an der Welt, dieses Elend, von dem du nichts wissen willst, ganz gleich wie man dich befragte. Das du mich um Himmelswillen zum Verrecken nicht liebst! Du bist doch eine Hure wie sie im Express Düsseldorf nicht besser annonciert sein könnte! IRENE: Warum sollte ich dich auch lieben? Es gibt beim besten Willen keinen Grund dafür, im ganzen Web nicht, selbst nicht mal in den Aussenbezirken des Lebens. Sechs Himmel habe ich bereits verschlissen. Den siebenten gebe ich nicht ab, nie und nimmer! Illusion will verwahrt sein! Utopie? MAIK: (sich ängstlich umschauend) Doch doch, weils die Mutter nicht kann. IRENE: Deine Mutter liebt dich nicht? MAIK: (verunsichert) Doch doch, sie liebt mich heiß und innig, ich kann mich nur nicht mit ihr unterhalten. IRENE: Aber, warum denn nicht? MAIK: Der Vater steht doch arg dazwischen. Außerdem hat Sie einen Bausch Watte im Mund, weiße, flockige Watte. Sie arbeitet in einer Maulstopferei (das liebe Kind); unten im Keller, damits nicht so auffällt. IRENE: Ja und? Hat er keinen Anspruch auf seine Frau? MAIK: Irgendwie hat er das, ja ja, in der Tat. Selbst sie, scheint mir, hat Anspruch auf ihn, aber unter der Prämisse nicht vorhandener Gemeinsamkeiten gerät Gemeinschaft wie ich sie verstehe eh zur Illusion. Von GEHEIMSCHAFT zu sprechen hielte ich noch für am realistischsten. IRENE: Schönes Deutsch. Jetzt versuchst du uns also auch noch im Web zu blamieren. MAIK: Es geht eben nichts über Ware- Liebe. IRENE: Du willst mich nur ficken, du Schwein. MAIK: Ehrlich gesagt, ja, noch ehrlicher, auch. Ein Meer entsteht oft erst später. ( sich als über - eifer Apfel, durchwurmt und zufrieden vom krummen Baume fallen zu sehen schreit ja förmlich nach Reanimation durch fachsimpelnde Kräfte.) IRENE: Wollen wir aufs Zimmer gehen? MAIK: Das soll mir ja was geben... |