Brillenschlangen

LEID - KULTUR



Wir lieben sie, die Gerüste, an die wir uns ängstlich klammern wie die Ameisen an ihrem Bau es nicht besser machten
Warum klammern wir uns an sie?
Weil wir Gerüste lieben!
Angst macht nicht wählerisch sondern unfrei
Nur frei sein von ihr ist, was zählt
zumindest nach Aussen hin
Wir lieben jedes Gerüst fast sträflich bis hin zum Gerippe
so stehts in der Satzung
so wollen wir sein
Wir sind nur ein notwendiger Splint im Rohr an der rostigen Kette und deswegen NOT - WENDIG zum Erhalt der Gesamtheit
nicht die der Kültur sondern die der Persönlichkeit.
Wir sind nur das Rädchen im Getriebe einer gigantischen Welt
sich aufzuspielen ist Mode
geschmiert läufts wie geschmiert
Schrapp schrapp...
leise und ruhig
so stehts geschrieben
so wirds gelehrt
und so wirds gelebt
Das soweit zu den fetten Jahren
Nichts fällt halt mehr auf als der Bauch in Rente
Das sind die Folgen der Macht des Räderns
Hier wurde einst mein Charakter gemacht, ein Weltbild erzeugt und schließlich wie eine Münze geprägt
jetzt läufts
obwohl es morgen natürlich schon wieder zu spät sein kann
für wen, für was?
Oben, der Leiter, unten, der Eiter
Wir sind im Grunde, diesem ach so tiefen, allesamt Gerüstbauern
Geerntet wird im Herbst des Lebens etwas, das nach Weisheit schmeckt
Gemüse des Alters!
Nichts als Kraft durch Vitamine!
Gebisse zu Pflugschaaren!
Heerschaaren zu Weihrau(s)ch!
Goldzähne zu Kohle!
bitter und kalt wie der Gipfel des Eisberges im Limonadenglas
hat etwas von Zimt, kommt jedenfalls nicht aus dem hiesigen Raum
Wahr - Schau oder weiter.
Da schlag ich mir doch glatt die Hände aufs Knie, diesem rechten!
Darf ich jetzt lachen?
Gedanken dürfen das



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