TANTE MARGA SAGT
Tante Marga sagt, sie hätte den dritten Weltkrieg noch verhindern können, wenn sie nicht verhindert gewesen wäre, ihn zu verhindern.Und in der Tat hat sie besonderen Einfluss auf ihre Seinen. Beschützend legt sich die Schneide ihres Messers über die zu verwildern drohende Horde ihrer verwerflichen Brut. Onkel Alfred denkt da nicht anders. Die schwachen Blagen brauchen was auf die Mütze, damit sie endlich ehrlich werden. Warum sie ständig lügen, kann sie sich beim besten Willen nicht erklären, denn könnte sie es, dann hätte sie sich hinterfragen müssen, aber da sie es nicht kann, fühlt sie sich selbst von ihrem Mann noch bestärkt, der wie schon ihr unnahbarer Vater groß und mächtig erscheint. Der kann seine Schwäche nämlich auf den Tod nicht ab, drum demonstriert er hier den Demonstranten und schickt die Kinder nichts ahnend zum Weihrauchschwenken ins Kloster Maria Laach. Die Kinder nun, wie könnts auch anders, schwenken Weihrauch, essen Myhrre, und vergreifen sich letztendlich nicht schlecht am Messwein, der ja umsonst zu haben ist. Jürgen hat gestern im Hochamt den Altar vollgekotzt. Es geht eine grosse Besorgtheit durch die Familie, ein infernaler Schock treibt die verfeindeten Massen zusammen. Telefone klingeln allerorts. Es heulen die Sirenen! Selbst der Großvater steigt kurz aus der Gruft und beteiligt sich lebhaft an der Diskussion. Viel wird geraten. Das meiste, erlesen. Schließlich kommt man zu dem Schluss: Der Junge muss ins Heim. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |