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Ich sei Besitzer der schlechtesten Webcam der Welt. Das sagen alle, die mich kennen. Man kann sie auch ausstöpseln und mit nach draußen nehmen, vorausgesetzt, es sind Batterien drin. Darum wird sie aber nicht notwendig besser. Soll sie auch nicht. Je schlechter, desto besser: verfälscht, verfilzt, versandet. Gestern war ich mal wieder kurz raus mit ihr. An der Leine schickte sie sich fast bequem. Die Sonne stand schon etwas schräg, ich glaub am Himmel. Hossa! Ich war kurz vorher bei Kaisers gewesen, zwei Würstchen kaufen. Der Hunger machts nötig. Batterien hatten die Gott sei dank auch. Man brauchte sie nicht mal absägen. Das Angebot war gross. Schlechte Digicams fotografieren nicht, ach was, sie malen, wenn man denn will, die schönsten Bilder frei weg in den Himmel, man kann gar nichts dafür. Was man festhalten möchte, entgeht nicht dem Sucher. Die ungünstige Lage des Objektivs zum Sucher muß aber noch lange nicht Grund herber Enttäuschung sein, wenigstens nicht solange man kein realistischer Fotograf ist, sondern mag in diesem Falle durchaus zu befriedigenden Ergebnissen führen. Halber unscharfer Kopf wie unfreiwillig abgetrennte Gliedmaßen, sind Ausdruck des Unsichtbaren. Kunst ist Gewölle. Man kann sie der Welt um die Ohren hauen, allenfalls will sie beachtet, noch lieber, getreten werden. Was Konservativen das Bad in der Menge ist Destruktiven die Qual im Gedränge. Am Ende wird eh alles stillschweigend entsorgt und kein Schwein kümmert sich mehr um die bittere Wahrheit, die leider wie so immer oft keinen Sinn macht. Die Kunst stirbt mit dem Künstler, zumindest für ihn für alle Zeiten. Solange Menschen geboren werden, wird die Kunst aber nicht aussterben und solange die Kunst nicht ausstirbt, werden selbst Menschen geboren. Von den hundert Bildern, die ich auf der gestrigen Tour geschossen habe, hab ich nur wenige verwenden können. Ja, so ist das eben. Das hier heißt: Schau - Fenster, ich seh mich wie im Spiegel. Kopflose Gestalten. Körper aus Watte und Schorsch mit der Webcam direkt an der Wurzel. Es ist der Blick in das Schaufenster eines Modegeschäftes, wobei der Fotograf (mitte) sich, ohne es zu wollen, in das Geschehen einreiht. Man ist zwar durch eine Glasscheibe voneinander getrennt, aber gerade sie ist es, wodurch alles verbindlich wirkt. Es ist halt nur eine Spiegelung, eine Komposition. |