SCHROTT
Neulich sprang beim mittwöchlichen Spaziergang ein 10 Pfennigstück aus meiner Hosentasche. Es flog hoch in die Luft; lange schaute ich ihm nach. Dem 10 Pfennigstück folgten alsbald mein Schlüsselbund, einige verrostete Nägel und andere metallische Dinge des täglichen Bedarfs. In meiner Eigenschaft als Professor für Physik an der Universität zu Heidelberg, machte ich mir wie selbstverständlich Gedanken über diesen Vorfall. Da sich erwiesenermaßen lediglich metallische Gegenstände erhoben, war der weite Bogen möglicher Ursachen binnen Kürze zum Einsturz gebracht. "Magnetismus!", schrie ich laut auf; ein gigantischer Magnetsturm auf der Sonne, von dem ich kürzlich gelesen hatte, zeigte nun definitiv eine erste unerwünschte Auswirkung auf das öffentliche Leben. "Sind sie wahnsinnig!?", erschallte es als Echo aus großer Höhe zurück. Das vermeintliche Echo entpuppte sich allerdings bald als die Stimme eines Kranführers des Schrottplatzes, auf den ich mich, warum auch immer, verirrt hatte. Ganz Unrecht hatte ich aber nicht. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |