AM UFER DES WASSERS



Wer meint, sich mit Floskeln bei mir breitmachen zu müssen, dem sei zunächst erklärend erwähnt, daß am Anfang des Wassers immer zuerst ein Ufer kommt, wobei es sich dann allerdings oft selbst ertränkt. Wasser ist ja auch so naß und Ufer müssen nicht notwendig rettend sein. Nicht unbedingt widersinnig erscheint mir daher auch oft das geheimnisvolle Leben der Muscheln am Strand, ganz nah bei besagtem Ufer. Fremde Wesen aus einer fernen Welt, die, warum weiß der Teufel, nichts besseres zu tun haben, als ihre Schnäbel in Erheischung von reichlich vermisstem Sauerstoff laut aufzupumpen, wobei sie, rein wissenschaftlich gesehen, zum Primitivsten gehören, das diese Wissenschaft jemals anzubieten hatte. Ich möchte mich an dieser Stelle um Himmelswillen nicht gegen die Evolution der Schöpfung verschwören. Zu sehr ist mir bekannt, daß gut Ding Weile hat. Selbst der Mensch wird dumm geboren, bevor er seinen Gang ins Leben beginnt, sich der Welt allmählich mehr und mehr entfremdet, um dann, selbst vor dem Eingang zur Hölle noch, zu sagen: "Ja, es war schön." Aber, bevor ich den Teufel an die Wand male, lasse ich ihn lieber sprechen.



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