DIE ENTSTEHUNG DER SCHNÖRKE

ein ganz besonderer Vorgang
Schnörkland



Schnörke, das sind diese seltsamen Geschöpfe mit dem Zahn am Zeh, entstehen in dem Behältnis des Mannes, das dieser oft ähnlich und stolz wie der Nikolaus seinen Sack allerdings ziemlich unten zwischen den Beinen trägt. Schnörke sind im übertragenen Sinne demnach ein Geschenk des Himmels. Aus welchem Grunde diese putzigen Tierchen gerade dort entstehen, ist bislang noch unzureichend erforscht. Mit dieser Tatsache müssen wir uns also abfinden. Der Klapperstorch, in seiner Eigenschaft als Lebensspender hat also noch nicht ausgedient, wenngleich ihm die Wissenschaft hart an den Fersen hängt. Dass in Husum 1967 trotz Ausbleibens des majestätischen Vogels Kinder zur Welt kamen, muss letztendlich nachdenklich machen. Nun gut....
Die kleinen Schnörke haben in etwa zunächst die Statur von Kaulquappen. Ihr Markenzeichen ist ein buschiger Schwanz unter dessen Zuhilfenahme sie sich munter, fast tänzelnd fortbewegen. Da sie als äußerst gefräßig gelten, wachsen sie notgedrungen schnell heran. Bald schlüpfen ihnen auch winzige Ärmchen aus dem Körper sowie ein Gesicht. Schnell haben sie keinen Platz mehr in dem Behältnis des Mannes und wollen hinaus in die Welt. Das merkt natürlich auch der Mann, besonders wenn ihn die Laune überkommt, nun bald zu heiraten. Anstatt der Mann die Schnörke aber nun in die Welt ziehen läßt, verfrachtet er die armen Tierchen, warum auch immer, zunächst tief in den Bauch der Frau, wo ihnen zuallererst der Schwanz abfällt. Hernach gewinnen sie quasi explosionsartig an Grösse und Kraft. Der Bauch der Frau beult sich in der Folge aus wie ein prallgefülltes Ölfass in der sengenden Sonne Saudi Arabiens, ihre Brüste werden dick wie chinesische Pellkartoffeln und sie bekommt häßliche Pickel im Gesicht. Auch verändert sich das Verhalten der Frau oft auf dramatische Weise. In diesem Zustand verschlingt sie, die gute Seele selbst, gerne tonnenweise Tomaten, stiehlt Pralinen im Kaufhaus oder rupft ahnungslosen Bauern des Nachts die Zuckerrüben vom Acker, um nur ja nicht des Hungers zu sterben. Die Gier der Schnörke ist beinahe grenzenlos, obwohl sie noch gar nicht sprechen können .



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