IHRE TÜREIch bin morgens um halb neun vor Ihre Türe getreten. Ich habe zunächst vorsichtig geklopft, dann habe ich geklingelt und später geschrien. Obwohl ich von Innen ein vages Stöhnen vernahm, öffnete man mir nicht. Da ich diese Kreaturen zur Klärung einer kriminellen Tat allerdings dringend benötigte, schubste ich die Türe schließlich um, und erhielt so einen herrlichen Einblick in das typisch deutsche Familienleben. Der Mann wollte der Frau gerade Herr werden, wenngleich diese sich seinem Ansinnen heftig erwehrte. Als man mich sah, spielten die Parteien allerdings verrückt, indem sie Normalität vorzutäuschen wagten, was nicht sonderlich schwer war. Vor allen Dingen bot man mir zunächst Kaffee, Schnittchen sowie eine schmackhafte Bohnensuppe an, die unbedingt gegessen werden mußte, da sie schon bald schlecht war. Freundlicher Überdruß war es schließlich, der uns in die Arme fallen ließ. Wir sind übrigens alle unschuldig, eine begrüßenswerte Tatsache, die unter Umständen sogar weiter helfen kann. zurück | Kurzgeschichten | Schnipsel | Gedichte |