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Ich war einmal im Tal der Inkas. Hohe Berge, tiefe Schluchten, immergrüner Regenwald, Sektbar gegen geringen Aufpreis, und Weiber hinter Panzerglas, soviel man wollte. Mal hier mal dort ein Dorf aus grob gezimmerten Hütten. Nur leicht bekleidete Bewohner räkeln sich müde in selbstgefertigten Hängematten herum. Das große Gähnen geht um. Krampfhaft sucht man vergeblich nach seinen wahren Interessen und wird von den Möglichkeiten, die man hätte, ganz unförmlich erschlagen. Kinder springen nackt vom Geiser in die Wanne, den großen See mit den Schaumbergen drauf, die nur in kaltem Wasser schmilzen. Es ist kein Bild für die Götter, es ist das Paradies! Andere, in wärmendem Flaum gehüllte Gestalten, ringen, wie mir scheint, flehend um ihr Leben, daß sie allem Anschein nach nicht im Geringsten verdient haben. Ich war sofort für meine Hinrichtung, wenn nicht am Kreuz, so doch wenigstens einmal täglich. Nette Menschen sind das, muß man schon sagen. Manchmal malen sie sich bunt an. Dann, zumeist wenn der Abend schon gähnend in die Morgendämmerung übergeht, um von der Nacht gar nicht erst zu sprechen, tanzen sie häufig wild um ein Feuer, bespucken sich gegenseitig mit einem weißlichen Sud, den sie zuvor aus hölzernen Schalen gierig schlabbernd in sich eingesogen haben und werfen zum krönenden Abschluß einige dieser frierenden Abkömmlige begleitet von euphorischem Geschrei der breiten Masse in die noch lodernde Glut, wobei sie sich an deren Todeskampf anscheinend nicht satt sehen können. "Wärmen" nennen sie dieses Ritual. So war es früher, so ist es noch heute. Man ist sich sicher, Gutes zu tun. Man weiß, in seiner Not, wendig gehandelt zu haben. Ich habe über das Studium der Bibel mein Verhältnis zur Gewalt verloren. Böse sind wir sowieso, schuldig allemal. Lieben kann anscheinend nur, wer sich zuvor vernichtet hat. Ich weiß nichts von mir, und wüßte ich, dann wäre ich unweigerlich einer von denen, die man ins Feuer geworfen hätte. Diese Angst wird sich wohl niemals sachlich begründen lassen. Es sei denn, man öffnete die Augen und tätigte den alles - klärenden Blick. Darum bleibe ich lieber katholisch und werfe Andere ins Feuer. Gemeinsam macht das ja, rein emotional gesehen, auch viel mehr Spaß. Den Gegner sachlich sterben zu sehen, während man selber wächst, ist zunächst nur eine Kostenfrage. Herr Müller aus dem Zeichenbüro hat ja auch gesagt, daß wir die Tschechen nur kleinkriegen könnten, indem wir sie aufkauften. Jede Kultur hat eben ihre ureigene Religion, - (selbst Gott hat sich gespalten). Kein Wunder also, daß man sich zunächst mißtrauisch begutachtet, bevor die vermeintlichen Nachteile des anderen Glaubens endlich wie notwendig zum unabdingbaren Vorteil des eigenen geraten. Was soll dieser Unsinn? |