VATER UNSER


(Besinnliches zum Osterfest)


Der Prediger im Wald
versprach uns Lust und Ergüsse
was uns geblieben ist
das sind uns am Kopfe die Nüsse



Artwork by HARRY KRIPPNER


Ich stehe draußen im Regen und sehe nur Schirme sich aufspannen, wenn sie aus dem mächtigen Bauch der Sanktion des urgewaltigen Remigius nach vollbrachter Tat wie scheinheilige Goldhamster völlig erlöst in ihre sportigen Wagen springen.
Ich stehe da, staunend vielleicht, ein wenig nachdenklich bestimmt, den einen Finger in der Nase, den anderen im Ohr.
So stehe ich da und belausche den Abgang der Kirchgänger, wie so oft aus der Ferne.
Das Grummeln der Ewigkeit hat sich womöglich nur versteckt.
Ich vermische die Karten und begebe mich ins Spiel.
Du bist ja ganz naß, sagt Frau Helmholz, eine hochintelligente Dame, mit der ich in diesem Moment nun wirklich nicht gerechnet habe.
Sie sind ja ganz trocken, entgegne ich aus der typischen Situation des Ertappten heraus.
Die Ursache ist der Regen, sagt sie, er kommt von Oben und tropft auf deinen Kopf.
Dann muß die Wirkung der Schirm sein! sag ich mal so aus dem Stehgreif heraus.
Der Regen bedingt den Schirm und nicht der Schirm den Regen. entgegnet sie souverän.
Ich werde gleich morgen früh ins Geschäft, den Regen kaufen. erschallt es von meinen Lippen.
Womit dem Schirme gedient wäre. sagt sie, derweil das Wetter plötzlich umschlägt.
Aus grisselndem Schaum werden bald Körner, die wehtun. Ein starker Wind fegt mir das Handy aus der Tasche Sehr bald ist gar kein Schirm mehr nötig. Die rechte Laune hat sich, scheints, im Kirchturm versteckt.
Du bist ja ganz trocken. sagt Frau Helmholz.
Und Sie sind stocktrocken. sag ich, wo ich sie auf einmal da so stehen sehe mit ihrem Schirm in der Sonne.
Eben, sagt Sie, es ist ja auch ein Sonnenschirm.
Der Regen kostet bei Karstadt nicht viel.



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