VERRÜCKT



Eule Dichter und Verrückte sind vom selbem Schlage. Um auf mich zu sprechen zu kommen, bedeutet das, daß, je verrückter ich werde, ich mich wohl um so intensiver mit der Kunst des Dichtens auseinandersetzen muß, will ich überstehen.

Bevor fremde Mächte in mir Fett ansetzen, was leider längst geschehen ist, setze ich mich dennoch lieber hin und schreibe auf, was man mir seither befiehlt.

Leider kann man sich nur selbst helfen, vorausgesetzt man weiß noch wo es ist, (dieses selbst).

Die tägliche Selbstvorlage des Personalausweises reicht hier oft schon aus, die Verwirrung zu zerstreuen.

Ich war einmal für drei Jahre nicht amtlich gemeldet, - es war die schlimmste Zeit meines Lebens.

Wie ausgelöscht empfand ich mein Dasein im schillernden Sumpf des Lebens.

Ich wurde haltlos und begann meine Suche nach unechten Göttern, die es wie Sand am Meer gab.

So manchen Quacksalbern schoß ich den Pfeil der Liebe ins Hirn und dankte hernach lachend ab.

An vermeintliche Freunde, die selbst nächste Verwandte waren, verlor ich Millionen. Den Namen meiner Frau wage ich hier gar nicht erst zu erwähnen.

Liebe ist etwas Unfassbares; sie geht oft tiefer wie jede Geldbörse sein kann.

Wenn lackierte, säbelartige Fingernägel rhythmisch unter der Vorhaut rühren, dann kann man davon ausgehen, daß es sich um seine eigene Frau handelt, die verzweifelt nach Reserven sucht.

Viele Männer lassen sich von diesem Gefühl beeindrucken, obwohl sie finanziell bereits ausgereizt sind.

Hauptsache "es kommt".

Später kann man immer noch reden wie einem das Maul zerschnitten worden ist und wie es letztendlich weitergehen soll, obwohl das schon seit langem nicht mehr funktioniert.

Kluge Geschäftsleute kompensieren diesen Faktor mit Wachstum auf Teufel komm raus.

Wenn diesen tüchtigen Männern allerdings noch im Leben ein neues Herz eingepflanzt werden muß, dann ist das ihre Schuld, obwohl - das neue Herz hält auch nur am Leben, was, finanziell durchaus zum Vorteil geraten kann.

Ich schreibe nur auf, was ich sehe.


(für alle Bratärsche, die hoffentlich bald platzen mögen.)



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