VINCENT SAGT



Vincent

Ja ja, ich bin eher ein exzentrischer Künstler und beschlagen mit der Fähigkeit Dinge ernsthaft zu sehen, über die man mitunter zu Scherzen pflegt, obwohl sie doch im Grunde von existenzieller Bedeutung sind.
Alles ist von existenzieller Bedeutung, selbst das Rauschen der Blätter im Wind macht mich krank. Das ist der Witz an der Sache.
Nicht, das ich existierte, obwohl ich existiere. Nicht, daß mir bewußt wäre, was ich tue. Nicht das ich sei, der ich bin. Ich kotze das Leinen voll und verschmiere das Substrat nur kurz aber heftig.
So bunt sind die Farben! So schön sind die Blumen der Sonne! Sie malt, nicht ich!
Was dort entsteht sind für mich Rätsel, die ich zu lösen nicht vermag.
Schaffen ist der Moment. Alles Andere interessiert mich nicht. Ergebnisse lähmen nur. Mein Leben ist Kampf gegen die Pflicht, der nicht wirklich gefochten werden kann. Soll sich die Welt daran ergötzen, ich kann es nicht.
Oh Gott, oh Herr, sei mir gnädig! Ich hasse die Konvention, obwohl ich bei Strafe versucht habe, ihr auszuweichen. Diese Revolution verläuft im Sande, gerät zur Ewigkeit! Von Befreiung, keine Spur! So entsteht meine Kunst, im Zwischenraum.
Ich bin Moral und Teufel in einer Person!
So mußt dus machen, so mußt dus machen!
Schau zu uns auf, du kleiner Wicht, wir leeren dich in Farbe und Form! So sangen einst die Götter.
Singende Sägen, nichts als singende Sägen!
Was seid ihr für mich! Was bedeutet ihr mir?
Alles, ja, alles! Warum schränkt ihr mich dann so ein, das ich, um ich zu sein, mein Werk sein muß? Ein Werk, vor dem ihr hilflos steht, da es euerem verlorenen Sohn entsprungen ist, der euch jetzt ins Becken spuckt? Ein Werk, das ich im Grunde hasse, weils nur zu euerem Ruhm geschieht.
Verloren, verloren bin ich in diesen dunklen Gewölben meiner Seele.
Mit diesen dunklen Flecken im Herzen bin ich aufgewachsen und durch die Hölle gegangen.
Im Grunde schaffte ich nur für dich, Mutter
Für dich schaffte ich mich zugrunde.

(für Vincent)


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