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Ich habe gestern einen alten Kinderwagen geschenkt bekommen. Die Schenkerin ist Mutter zweier Kinder, die ihm scheinbar entwachsen sind. Sie schlafen jetzt kontinuierlich im Etagenbett in der Wollnerstrasse 34. Ich, selbst erst ein Bürschchen von sechs Jahren, war jedenfalls sehr überrascht über dieses Zuvorkommen. Der Kinderwagen war von riesigen Ausmaßen. Er war schon mit diesen modernen Felgenbremsen ausgestattet. Früher, als es noch sehr an Komfort mangelte, gab es Reifenbremsen, wobei die Fortbewegungshemmung durch einen Gummiklotz, äußerst verschleißreich durch unmittelbare Kontaktierung des Reifens ausgelöst wurde. Noch früher sahen sich die glücklichen Mütter gezwungen, Äste zwischen die Speichen der Räder zu werfen, dem innbrünstigen Gefährt, zum Beispiel am Hang, Einhalt zu gebieten. Heutzutage lassen sich selbst ungebremste Kinderwagen, die plötzlich, samt Inhalt, verlustig gegangen sind, per Geheimzahl schnell wieder einfangen. Zu meiner Zeit hätte man mich, wegen dieser Behauptung gewiss an den Pranger gestellt. Spräche ich heute beispielsweise Karl Plotz, den Erfinder an, so würde er mich wegen meiner altmodischen Sichtweise womöglich auslachen. So schnell geht die Zeit, daß man ihr unmöglich mehr beikommen kann. Dem Kinderwagen fehlte jedenfalls ein Rad und zwar das vorne links. Dieser Umstand machte sich jedoch nur beim Schieben bemerkbar, oder manchmal, wenn das Baby schrie und mit seinen Armen herumfuchtelte. Ja ja, das Baby hatten sie mir, als Bonus, gleich mit dazugegeben, weil die Mutter sein Gebrüll als feindselig empfand. Ich, der ich seinerzeit selbst mit ausgestreckten Armen kaum über mich hinauskam, war dieser Aufgabe einfach nicht gewachsen. Wie sollte ich auch, bei diesen Vorgaben! |