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Seit gestern nun bin ich in dieser Klinik. Es ist kein Einfaches, hier Gast zu sein, schließlich muß man dazu mindestens einmal auf blutenden Händen bei Rot über eine viel befahrene Verkehrsstrasse gelaufen sein, ohne dabei das Gleichgewicht verloren zu haben. Die Insassen sind allesamt von freundlichem Wesen, aber keiner ist so freundlich zu mir, wie mein Zimmerkollege Alfons Dull. Wir teilen uns das Etagenbett jeweils genau zur Hälfte. Er schläft oben. Ich begnüge mich derweil zufrieden mit der unteren Partie. Dull ist gar ein Mensch von ruhigster Natur. Er schläft, wenn man so will, den Schlaf der Gerechten. Nur wenn man sein Ärmchen streichelt, oder mit der Hand sanft über sein Gesicht fährt, wenn man an seinen Lippen zupft, seine Zehen krault, dann hebt und senkt sich sein stoischer Bauch, als führe ein spärlicher Hauch Leben in ihm ein. Die Rede ist hier allerdings vom Tage. Sobald es jedoch draußen dunkel wird, die Sonne ihr Gesicht mit dem des Mondes vertauscht, sofern es die Wolken denn zulassen, geschieht etwas sehr merkwürdiges mit diesem Menschen. Er springt aus dem Bett, als hätte er seinen wichtigsten Termin verpasst, reißt wild an den schützenden Gitterstäben des winzigen Fensters, durch das er sowieso nicht hindurchpassen würde und tut hernach einen Schrei, das der Putz sich Erdbeben-artig von den Wänden löst. Wie jeden Abend wird dann von Außen die Türe aufgerissen. Zwei reinweiss bekittelte Notärzte springen wie Dummies ins Zimmer hinein. Einer muß jetzt sterben, das ist ihnen klar. Beruf ist Berufung bis auf den Tod. Heute ist, beispielsweise, Professor Böll von der Uniklinik dran, gefolgt von seiner lieben Frau, mit einem LECKER-TELLER in der Hand, die Emotion zu beruhigen.
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