DER WETTERFROSCH



Der Wetterfrosch Der Frosch auf der Leiter sah recht unzufrieden aus. Einmachgläser konnte er auf den Tod nicht mehr ausstehen, sie waren einfach nichts für ihn - und es ist nicht verwunderlich, daß er sie, wenngleich nur mit der Zeit, energetisch zu hassen begann. Er war ein einfacher Wetterfrosch, der ab fünf Grad am liebsten den hübsch beschrifteten Deckel seiner bescheidenen Behausung zertrümmert hätte, aber da fühlte er sich zu schwach zu und war es auch, zumindest aus der Wirklichkeit seines fast luftleeren Lebensraumes heraus betrachtet.
Nun - plus fünf Grad,die schaffte er noch locker, fünfte Sprosse also. Die Leiter zählte aber 65 Stück. Wenn die Temperatur einmal auf sagen wir mal fünfunddreißig Grad im Schatten hopste, so versuchte er sich, dem Naturell des Wetters getreu Folge leistend, im grandiosen überspringen von jeweils mindestens vier dieser geschliffenen Holzstückchen: Paaah!, war das anstrengend! Manchmal versuchte er auch seinen Besitzer aufs Kreuz zu legen, nicht etwa weil er ihn nun unbedingt an der Nase herumführen wollte - er hatte einfach keine Kraft mehr! So kam er immer bloß bis zur fünfundzwanzigsten Sprosse, obgleich das Digitalthermometer an der Wand eine millimetergenaue Anzeige von z.B. 36 Grad Komma 345 Periode oder sowas anzeigte.
"Der Frosch stimmt nicht", pflegte dessen Besitzer in Anbetracht derartiger Fehlleistung laut aus sich herauszuprusten - er war ein ein sehr genauer Mensch, einer von der Sorte, die keine Fehler mehr haben. Das spornte den Frosch natürlich unwahrscheinlich an, denn er wußte genau, was anderenfalls mit ihm geschähe. Nun, in der Kunst des Sprechens war er nicht so bewandert, aber quaken konnte er genau so herrlich wie sein Herrchen, was dieses jedoch zumeist nicht verstand. Hätte es denn sonst das Glas in die Hände genommen und geschüttelt auf Frosch werde ohnmächtig?
"Das Tier ist kaputt!", blökte der Froschbesitzer gleich nachdem er den zerfetzten Inhalt des Glashauses vor seine gierigen Augen geführt hatte. Glücklicherweise liebte der nette Herr gerade Tiere und insbesonders Wetterfrösche über alles in oder auf der Welt, so daß es ihm schließlich gelang, ihn wieder gesund zu pflegen. Der Frosch dachte dabei an liebende Hände, dem Irren ging es wohl ehr um die Digitalisierung des Wetterfrosches.



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